Beinahe ertrunken

Erlebnis mit 13 Jahren:

Ich werde beim Baden im Fluss in eine Schleusenöffnung gezogen. Beim Versuch, die eingeklemmten Arme zu befreien, werden durch den Sog die Beine erfasst und bis zur Mitte der Oberschenkel unter das Schleusentor gezogen. In sitzender Stellung unter Wasser erwartet mich, nach kurzem verzweifeltem Kampf und vergeblichen Versuchen mich zu befreien, der sichere Tod! 

Mein Geist will in rasendem Bemühen erfassen, was mit mir geschieht. Der Tod und die Ewigkeit übersteigen jedes Vorstellungsvermögen. Das ist die Todesangst. Am Ende des Kampfes gibt der Geist auf und ergibt sich dem Schicksal. Hingabe an das Größere, an „Gott“. Ein Gebet als letzte bewusste Handlung: „Lieber Gott, verzeih mir meine Sünden!“.

Bewusstlos und klinisch tot, von einigen beherzten Männern befreit und durch längere Mund-zu-Mund-Beatmung wiederbelebt.

Seither ständige Bewusstheit der eigenen Vergänglichkeit. Das Leben hier auf Erden ist nur vorübergehend. Ich verspüre kein Bedürfnis mehr, mich im „Diesseits“ einzurichten. Das Leben als Provisorium.

Die Präsenz des Todes trennt mich von nun an von meinen Mitmenschen. Die Wahrnehmung des Sterbevorgangs gab meinem Leben eine neue Tiefe und trennte mich fortan von Allen, die das Leben an der Oberfläche mit vollem Ernst betreiben - Unbewusst über die Vergänglichkeit, sich nur auf materielle Bedürfnisse und diesseitige Wunscherfüllung konzentrierend.

Mein Künstlername

Mein Künstlername ruck ist nicht nur der Anfang des Namens Ruckerbauer, sondern mühlviertlerisch Ruck bedeutet Rauch und Rauch ist der Mädchenname meiner Mutter.

Mein Vater ist zwar ein zugereister Linzer, geboren in Enns, sein Vater stammt aber aus Rohrbach, war Sohn des Gemeindewachmannes und nach einer Zeit als Gärtner und Bäcker später Kriminalbeamter in Linz und bei der Sittenpolizei.

Meine Mutter ist in Ulrichsberg als Wirtstochter geboren (das spätere Hotel Rührnößl hat meine Tante Irma mit ihrem Mann aufgebaut) und beide Eltern waren in Ulrichsberg Lehrer, mein Vater zuletzt Hauptschuldirektor.

Mein Vorfahre

Mein Vorfahre in der Barockzeit Johann Philipp Ruckerbauer wurde als junger Bursch von einer Gräfin entdeckt und nach Rom zur Kunstausbildung geschickt.

Dort erlernte er die Malerei so gut, dass er später fast alle Hochaltarbilder im Bezirk Rohrbach malte. Die meisten von ihnen sind bis heute erhalten. Auch in St. Florian und Ranshofen sind Bilder von Ruckerbauer erhalten.

Meisterklasse

Mein Meisterklassenleiter an der Kunsthochschule war eigentlich Architekt und Mitglied der Gruppe Haus-Rucker-Co. Er plante zum Beispiel das Museumsquartier in Wien.

Zu meinen Lehrerinnen gehörte auch Valie Export, die bekannte Videokünstlerin. Nach der Aufnahmeprüfung waren wir noch 12 Studenten in der damals neu gegründeten Meisterklasse für Visuelle Gestaltung. Am Ende waren es nur noch 5, einer davon war Leo Schatzl, ein interessanter österreichischer Künstler und in anderer Ulrich Marchsteiner, heute Designer in Barcelona.

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